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AktuellesIst Interim Management in CEE anders?Interim Management wird in den letzten Jahren in CEE verstärkt und für fast alle Aufgaben eingesetzt, die im Lebenszyklus eines Unternehmens vorkommen. Flexibilisierung von Management-Ressourcen zählt sowohl im Stammhaus als auch in Tochterfirmen zu den Herausforderungen. Dies beginnt mit der Beschaffung in Niedriglohnländern als Teil einer globalen Beschaffungsstrategie um entweder Kostensenkungen zu erreichen, eine lokale Lieferantenbasis für potentielle Produktionen vor Ort aufzubauen oder um Local-Content-Auflagen wie z.B. in der Autoindustrie in Russland zu erfüllen. Die Herausforderungen können in mangelnder Lieferanten-Kompetenz, mangelnder Lieferantenstruktur, erhöhtem Koordinierungsaufwand oder internem Widerstand gegen die Beschaffung in Niedriglohnländern liegen. Jedenfalls handelt es sich in vielen Fällen um einen kritischen und manchmal schwierigen Prozess, den kompetente und erfahrene Interim Manager, die gleiche oder ähnliche Aufgaben bereits erfolgreich gelöst haben, abdecken. Auch für den Aufbau von Produktionsstandorten werden Interim Manager eingesetzt. Voraussetzung für die passgenaue Auswahl sind dabei entsprechend große Pools. Diese Pools umfassen mehrere hundert Manager, welche über mehrjährige Erfahrung in CEE verfügen und Mandate beginnend von Start-up’s über Prozessoptimierungen bis zu Qualitätsmanagement erfolgreich abgeschlossen haben sollten. Wichtig für diese Einsätze sind neben den üblichen Kernkompetenzen auch Verständnis der kulturellen Unterschiede sowie Sprachkenntnisse und im Idealfall Lebenserfahrung vor Ort. In CEE wird Interim Management meist von internationalen Konzernen in Anspruch genommen, weniger von KMU’s, die in Österreich rund die Hälfte der Einsätze ausmachen. An vorderste Stelle sind Zulieferbetriebe für die Automobilindustrie zu nennen, wie wir es beispielsweise in der Tschechischen Republik, der Slowakei oder dem Automobil-Cluster in der Region St.Petersburg erleben: Lieferanten benötigen in vielen Fällen Produktionen vor Ort, um die Just-in-Time-Forderungen ihrer Großkunden erfüllen zu können. Bei Fertigungen mit hohem Lohnanteil können auch reine Kostengründe ausschlaggebend für Produktionen in einem Low-Income-Market wie beispielsweise Südosteuropa oder Westukraine sein. Ein weiteres Thema für Interim Management sind Marktausweitungen sowohl im Vertriebs- als auch im Servicebereich. Bei Gesellschaftsründungen und Ausweitung der Aktivitäten werden oftmals im Supportbereich der verschiedensten Unternehmensbereiche die notwendigen Management-Ressourcen unterschätzt. Um nicht das laufende Geschäft zu schwächen werden zusätzlich hochqualifizierte Interim Manager zeitlich begrenzt einzusetzen. In CEE hat sich bis jetzt noch kein Berufsbild für Interim Manager etabliert. Aus diesem Grund ist die Zahl der verfügbaren Interim Manager mit wenigen Ausnahmen in der Tschechischen Republik und Ungarn relativ überschaubar. Vorwiegend kommen westeuropäische Interim Manager zum Einsatz. Der fortschreitenden Internationalisierung der Kunden wird vom qualifiziertem Interim Management Provider durch ein entsprechendes internationales Netzwerk Rechnung getragen. Hinsichtlich der Industriesegmente unterscheidet sich der Einsatz der Interim Manager in CEE kaum von Westeuropa. Auch dort geht es um Industriesegmente von A wie Automotiv bis Z wie Zulieferindustrie, aber auch Handels- und Dienstleistungsunternehmen setzen Interim Management ein. Nicht zu vergessen sind in diesem Zusammenhang die Shared Service Center großer multinationaler Unternehmen, die in verschiedenen Bereichen, insbesondere im Finanzbereich, bereits bedeutende Wirtschaftsfaktoren in CEE wie beispielsweise den Clustern Südpolens oder in Rumänien und Bulgarien darstellen. Die Einsatzgebiete finden sich in allen Unternehmensbereichen von Einkauf, Logistik, Produktion, Technik, Vertrieb und Marketing, Finanzen und Controlling bis zum General Management und für alle Aufgaben von Start-up Unterstützung, über Business Development, Projektmanagement, Change Management, Turnaround bis zu Restrukturierungen. Gleichgültig wofür ein Interim Manager in CEE eingesetzt wird, es gelten für ihn die gleichen Prämissen wie in Westeuropa. Er muss bei plötzlich auftretenden Vakanzen kurzfristig zur Verfügung stehen oder sich bei Projekten aufgrund seiner Erfahrungen sowie Methoden- und Sozialkompetenz vor Ort sehr schnell einarbeiten können. Zusätzliche interkulturelle Kompetenz sind Voraussetzung und Kenntnisse der Landessprache vorteilhaft. Das Potential für Interim Management in CEE ist vergleichsweise noch gering, aber steigend. Es weist einige landesspezifische Besonderheiten auf, hat aber mit Westeuropa eines grundsätzlich gemeinsam: Es ist ein flexibles Management Tool das hier wie dort mehr bringen muss als es kostet. Walter Pfaller, Geschäftsführender Gesellschafter p+P Interim Management GmbH |
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