Im Arbeitskreis Interim Management Provider (AIMP) sind renommierte Interim-Dienstleister aus dem deutschsprachigen Europa zusammengeschlossen. Arbeitskreis Interim Management Provider
zurück

Aktuelles

Interim-Management im Wandel

„Ich meine, dass der Markt sich gerade sehr stark wandelt und dass das IM-Business nicht mehr so funktioniert wie vor 3 Jahren. Derzeit überlege ich noch, worin genau der Unterschied besteht.“ So überschrieb am 9. September ein Interim Manager einen Diskussionsbeitrag im Forum „Flexible Arbeit / Interim Management“ bei XING.

Ich teile diese Einschätzung. Aus meiner Sicht gibt es zumindest zwei sichtbare Unterschiede:
  1. Die Anzahl der Marktteilnehmer, die als Interim Provider mitmischen möchten, hat zugenommen. Oftmals gehen diese neuen Anbieter auf Spin-offs etablierter Anbieter oder auf das Abwerben von weitgehend kompletten Teams zurück – die nun erwarten, dass ihre bisherigen Kunden dem neu bestickten Banner folgen.
    x
  2. Marktteilnehmer, die als Interim Provider mitmischen, stellen sich dem Wettbewerb, ohne einem eigenen Pool auch nur noch den Hauch einer strategischen Bedeutung beizumessen. Stattdessen werden die Interim Mandate auf Internet-Plattformen ausgeschrieben – zum großen Teil wird sogar darauf verzichtet, die Branche des Kunden zu nennen. Hierin erkenne ich ein Vorgehen, das die bisherige Arbeitsweise der Interim Provider in ihren Grundfesten erschüttern kann: Sollte sich dieses Vorgehen am Markt durchsetzen, dann sind die enormen Investitionen, die Interim Provider bisher in den Aufbau und die Pflege ihrer Pools tätigen mussten, nicht länger erforderlich. Die Qualitätssicherung würde sich auf diese Weise vom „Ex-ante“-Verfahren (also: der Interim-Provider hat den Interim Manager bereits vor der Anfrage eines Kunden-Unternehmens für ein potenzielles Mandat akquiriert) auf ein „Ex-post“-Verfahren verlagern. Ich halte das für möglich.
Aus meiner Sicht werden die etablierten Provider sich mit diesen veränderten Rahmenbedingungen auseinandersetzen und darauf reagieren müssen. Mit einem „Weitermachen wie bisher“, womöglich noch unter einem „Me-too“-Ansatz, wird man  auf Dauer nicht erfolgreich sein können.

Dies vorzudenken, ist eine der Aufgaben des AIMP: Hier lassen sich solche Dinge über die eigenen Firmengrenzen hinaus in einem Umfeld gegenseitigen Respekts und Vertrauens diskutieren und Lösungen finden, die nicht nur den Interim-Providern, sondern auch den Kunden und Interim Managern zu Gute kommen: Vertrauen, Qualität und Leistung gegenüber Argwohn, Masse und heißer (und daher teurer) Luft.
 
Jürgen Becker, MANATNET

| |
© 2013 AIMP.de | WEB-MEDIA.de